Hamburg

17. April 2013 — Leave a comment

Da war der Frühling noch nicht in Sicht, aber trotzdem haben’s die Hamburger schön bunt.

2013_paper-032013_paper-022013_paper-01 Suschna zeigt ihre Tablet-Bilder – da dachte ich, das könnte ich auch mal machen. Auf dem Weg nach Hause von der Arbeit male ich ab und zu abends im Zug. Ich hab vor Urzeiten (1998ff) öfter digital gemalt, dann aber mit Grafiktablett und Stift. Diese Werke hier entstanden mit einer App namens “Paper” – mit den Tools “Pinsel” und “Zeichenfeder” unter Verwendung meines Zeigefingers.

5 Fakten aus meinem Leben, ach nee:

 5 Dinge, die was werden wollen:

  1. Der Stoff vom letzten Posting
  2. Drei neue Stöffchen, die ich in einem indischen Lebensmittel-Elektro-Stoffgeschäft mitnehmen MUSSTE
  3. Lötzinn mit Silberanteil, damit die Lötstellen besser Patina annehmen
  4. hauchdünne, bereits gebügelte Seidenpapiere aus Schuhkartons / von Hemdenverpackungen
  5. dicke Pappen

Also, ich denke, es wird wieder was genäht. Bin auf der Suche nach einem einfachen Schnittmuster für ein Top, bei dem ich mir alle Mühe geben werde, über die ich verfüge. So der feste Vorsatz. :-)

Abschließend noch eine Podcast-Empfehlung: der Interview-Podcast CRE mit Tim Pritlove. Da nehmen sich zwei Leute mal so richtig Zeit (3 Stunden und so), um sich über je ein Thema (z.B. “Stadtplanung” oder “Bier”) zu unterhalten, auf eine angenehm mitzuhörende Art und Weise. Ideal, wenn man so vor sich hinwerkelt.

Schwarzbunt

21. Februar 2013 — Leave a comment

Es gibt ja nicht nur in Harry Potter fiktionale Buchtitel aus dem Zauberermilieu zum verbasteln. Auch bei Suzanna Clarke’s unglaublichen Erstlingswerk “Jonathan Strange & Mr Norrell” kann man fündig werden. “How to putte questions to the Dark and Understand its Answers” heißt das Buch, und genau das fragen wir uns ja alle.

norrel

Im EDV-Büro entdeckte ich braunes Papier in langen, bereits perforierten Bahnen: Polsterpapier aus irgendwelchen Kartons, dass die lieben Kollegen mir abzugeben bereit waren. Dieses Papier ist verknittert, dünn, knistrig, widerstandsfähig und sehr, sehr leicht. Hab diese Art Papier für dieses Buch schon mal verwendet. (Den Titel auf dem Buchrücken hat Mr. Norrell dann natürlich abgeknibbelt, zum Schutz seiner Bibliothek vor neugierigen Besuchern. Nicht.) So, hier die Bilder:

Ich glaub, demnächst gibt’s mal ‘ne anständige Kamera. Noch’n bisschen rauszögern, das steigert die Vorfreude :-)

Ich könnt auch mal wieder nähen. Aber ich sags ehrlich: das dauert immer so lange… *nöl*. Wenn ich sicher wäre, dass es sich lohnt, ok. Aber zu oft für meinen Geschmack dauert es lange und das Ergebnis wird mittelprächtig, höflich formuliert. Dennoch: ab und zu treibts mich in einen Stoffladen und ich komm mit so Zeug wieder heraus. Jüngst mit diesem super-bunten Baumwolldruck, den ich am ehesten als “Ornamental-Pop” bezeichnen würde, mit viel pink, rot und türkis auf weiß, garniert mit grün und gelb in einer wirklich guten Druckqualität. Die beiden Fotos geben das nur unzureichend wieder, er ist sehr äh.. vielseitig… Was tun? Leichter Baumwollrock für den Schrank (ich Rockerin)? Sofakissen fürs dunkelgraue Sofa oder Futter für eine Ledertasche? Ööööööde!!!

2013_02_stoff_12013_02_stoff_2

Vorschläge anyone? 2 Meter hab ich.

Fühlt sich gut an

7. Februar 2013 — 3 Comments

So, habe fertig, das einst grüne Teil von hier (Teil 2) und hier (Teil 1).

2013-02-lederbuch-cover2
Es besteht aus 14 Heftlagen, hat eine kompakte Größe von 13 x 16 cm (4 cm dick), liegt gut in der Hand und ist auch nicht zu leicht.

2013-02-lederbuch-offen2

Apropos schwer: hab’ vorhin bei einer Druckerei, die am Wege lag, nach Papierabfällen gefragt, aus denen man noch was machen kann. Leider hatten sie kein brauchbares Papier da, aber: ich bin mit drei riesigen, sehr intakten und sehr dicken Bögen Graupappe (mindestens A0, bestimmt 4mm dick) davon gezogen.

2013-02-lederbuch-ruecken

Ha! Fragt, so wird euch gegeben. Meistens jedenfalls. Dicken, schweren Büchern steht materialtechnisch nun nichts mehr im Wege.

2013-02-lederbuch-ruecken2

280 Seiten. Mal sehen, vielleicht nehm ich’s als Notizbuch für die Arbeit, da bekomme ich es auf jeden Fall voll.

2013-02-lederbuch-himmel2 *

Das Metallelement (besser zu erkennen auf dem ersten Bild) ist eine schnelle Ätzung auf einem bereits vorher schon mal geätztem Stück Neusilber – rechts die Buchstaben waren schon vorhanden, die Linien habe ich hinzugeätzt. Ich meine, dass passt so.

*Flügel von hier, Hintergrund: untitled (Mykola Swarnyk) / CC BY 3.0

Was schön ist: es gibt durchaus Entwicklungen bei meinen buchbinderischen Arbeiten. Und was noch schöner ist: ich mag fast alle meine Bücher und Hefte nach wie vor ziemlich gern! Neulich hab ich sie mal wieder aus ihren Kisten und Regalplätzen geholt und mich tüchtig dran erfreut. Und hab Fotos angesehen von Büchern, die ich verschenkt habe und leise *hach* geseufzt… Bücher und Hefte faszinieren mich wirklich seit Kindertagen. Habe vermutlich wochenlang im Dorf-Schreibwarenladen herumgestanden und Kladden angeguckt. Die Verkäuferin fand das glaube ich nicht so lustig. Jedenfalls ist es wunderbar, dass ich mir diesen Traum von ganz besonderen Kladden und “Reinschreibbüchern” jetzt selbst erfüllen kann. So, genug Pathos.

Das Mitfilmen macht Spaß, dass mache ich nochmal, hoffentlich auch etwas besser. Mir gefallen diese Zeitraffer-Videos. Außerdem möchte ich gerne wieder bei einer Stoffspielerei mitmachen und das angefangene Objekt beenden. Und was Schmuckes Ätzen.

Am Wochenende hab ich hier weitergemacht: der Umschlag aus dem weichen Leder wollte bearbeitet werden. Zum Ansehen bitte das Bild anklicken – die ersten 15 Minuten im Zeitraffer:

Bildschirmfoto 2013-02-03 um 14.08.09

Von Grün zu Oll – ein Lederbuchumschlag wird bemalt

Musik: Creative Commons LicenseWallpaper by Kevin MacLeod is licensed under a CC Attribution 3.0http://incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1100843.

Klar, schön war diese ursprüngliche Variante schon, aber doch nicht richtig “meins”. Außerdem hab ich genug von dem dünnen grünen Leder – könnte noch ein paar Buchcover basteln, wenn ich darauf verzichte, mir daraus ‘ne Tasche nähen zu wollen… Also hab ich mich ans Überpinseln begeben und die Kamera (schief) draufgehalten. Leider war dann nach ca. 15 Minuten der Akku alle. Immerhin ein erster Eindruck, wie das so zugeht.

Wie ging es dann weiter? Ich erinnere mich noch an Crackle-Paint, dann hellblaue und schließlich schwarze dünne Acrylfarbe. Etwas polieren mit einem weichen Tuch sorgt tatsächlich für schönen Glanz. Wie es geworden ist, erfahrt ihr demnächst :-)

Das Papier

Das Innenleben besteht aus gefärbten normalen Druckerpapier. Hier und hier hab ich das schon mal so ähnlich gemacht.

In ein Metalltablett, das ich als Färbewanne zweckentfremde, habe ich einen guten Schluck Wasser gekippt und dazu Adirondack Color Wash in gelb und braun. Muss weg, das Zeug, ich bin ziemlich unzufrieden damit, weil es verdickt und die Düsen sich zusetzen. Ich trockne die Blätter zuerst auf Zeitungspapier, dann im Ofen (Umluft, ca. 150 Grad) und dann bügel ich noch mal drüber, dann wird das Papier wieder glatt.

Der Umschlag schluckte 14 Heftlagen à 5 Bögen Papier, die ich zusammengenäht habe. Nun sitzt der Buchblock mit Umschlag in der Presse. Demnächst dann also das fertige Ergebnis.