Hab neulich eine Platte Neusilber gekauft, mittelhart, 1mm dick. Neusilber besteht aus Kupfer, Nickel und Zink und wird auch für Schmuckherstellung verwendet, weil es Silber relativ ähnlich sieht, aber doch erheblich günstiger ist. Mehr bei Wikipedia. Das Material ist mit seinen 1 mm Dicke schon echt etwas sperriger in der Bearbeitung, aber sieht soviel solider und weniger läppsch aus. Neusilber lässt sich übrigens auch ganz passabel mit Eisen3Chlorid auch ätzen und vor allem wunderbar glänzend polieren (ich müßte mir noch etwas feineres Polierzeug besorgen, aber das geht schon mit meinen Mitteln ziemlich gut).
Hier also Werk 1 und 2 mit diesem Material: ein Anhänger mit reingeätzem Mauszeiger – für mich könnte man kaum ein typischeres Symbol finden . Der Anhänger hat auf der Rückseite zwei aufgelötete Röhrchen, wo man die Kette durchfädeln kann, so dass sich der Anhänger mit dem Pfeil nach oben oder unten tragen lässt, ganz nach belieben.
Dann noch ein Ring, in den schwach sichtbar Buchstaben eingeätzt sind und mittig drauf ist eine Fassung aufgelötet, in die noch was hinein soll. Wenn ich ihn wiederfinde, dann Bernstein. Ansonsten – mal überlegen.
Vorgestern habe ich Qntal live gesehen. Hier zwei der vielen genialen Sachen:
Einfach mal wieder so, ein kleines, nicht zu dickes Büchlein, fadengeheftet aus in verdünnter Acrylfarbe getränktem Papier, das ich im Ofen getrocknet habe und Packpapier. Das Cover (weiß grundierte Pappe) ist dekoriert mit transferiertem “Basic Grey”-Papier (“Boxer” stand auf dem Rand). Ist das schön, jetzt einen coolen Scrapbookladen nah bei zu haben (in LA – wie die Landshuter ihre Stadt gerne abkürzen). Anders als sonst: das Buch ist nicht mit Gelmedium bespachtelt, sondern nur fein geschmirgelt. Fasst sich toll an. Und (wie unschwer zu erkennen) ich hatte heute keine Lust auf einen Titel, also bleibt es erstmal so.
Update, 22 Stunden später: Na, das nenn ich einen ziemlich perfekten Tag. Ich war auf einer sehr guten Fortbildung, hab mir danach eine schöne, coole, neue Brille ausgesucht, ein kaltes Bier gekauft und ‘ne Tüte Wasabi-Chips um dann schließlich bei der Packstation ein Überraschungspaket abzuholen – ein Geburtstagsgeschenk von Kerstin mit den herrlichsten Kleberollen, die man sich denken kann – genau meine Muster und meine Farben… Und sie passen wie Faust aufs Auge auf das Buch, das ich dann zuende gestalten konnte. Dazu gab’s noch einen Knitter’schen Bilderrahmen als Geburtstagskarte, der schon in der Küche einen Platz gefunden hat. Ist der nicht genial? Und weil es ein Packstation-Durcheinander gab, hätte ich dieses geniale Geschenk fast gar nicht abgeholt.. Kerstin: ich komm demnächst vorbei und bedank mich höchstpersönlich!
Für den nächsten Italientrip gibt’s wieder ein Journal – diesmal Hardcover mit Fadenheftung (nach dieser Anleitung) und natürlich pontaltransferiertem Cover. Dafür habe ich das Original Polyglott Büchlein (ein Flohmarktfund) eingescannt und Capri eliminiert (keine Angst, nur mit Photoshop), weils nicht in auf dem Reiseplan steht. Die Innereien sind wie beim ersten Reisejournal mit der Nähmaschine genäht, diesmal aber etwas “ordentlicher” und weniger komplex, aber es zeigt sich, dass beim Reisen genug Gedöns auf die Seiten kommt, so dass keine Gefahr besteht, irgendwas könne nachher langweilig aussehen. Weil die Bindung ja nicht sehr flexibel ist, wird das Buch, wenn es gefüllt ist, etwas aufstehen – aber nur ein bischen, ich habs mal mit Cardstock-Einlagen simuliert. Und vermutlich wird es noch eine Möglichkeit geben, das Buch am Aufgehen zu hindern, evtl. mittels Gummiband. Aufs Cover ist zum Schutz wieder Gelmedium draufgespachtelt.
Hab ja schon länger kein Hardcover mehr gebunden, aber ich mußte erneut feststellen: Bücher selberbinden ist eine wunderbare, äußerst befriedigende und glücklich machende Sache!
Nach Papier, Stoff und Metall habe ich mich jetzt dem Holz zugewandt – bin am Wochenende unter die Schreiner gegangen und habe mit freundlicher Unterstützung in Form von Werkstatt- und Werkzeugnutzung, Material, guten Tipps und beherztem Eingreifen dieses Tischchen zusammengeschraubt. Angefangen hatte alles mit einem Blick in die Holzrestekiste. Etwas mit deren Inhalt herumgepuzzelt und beschlossen, dass man da wohl gut einen neuen Beistelltisch fürs Bett draus basteln könnte. Gesagt, getan, ca. 5 Stunden später war das Dingelchen fast fertig. Später kam noch der Zwischenboden dazu und ich habe Beinen und Gestell mit verdünnter Acrylfarbe eine weiß gebeizte Anmutung verpasst. Das Tischchen gefällt mir sehr, und “funktioniert” auch noch wunderbar. Und wenn ich auch alleine nicht alles richtig gemacht hätte, wirklich schwer war es eigentlich nicht. Das letzte Foto zeigt die Holzstücke im ursprünglichen Zustand, bereits passend zugesägt, aber noch nicht glatt geschmirgelt und bemalt (das blaue war schon so).
Ein blöd gelaufenes Update hatte nicht mehr funktionierende Bilder-Links hier auf der Webseite zur Folge... Die Reparatur der Misere ist ein großer Haufen langweiliger Arbeit! Derzeit falsch verlinkt sind die Beiträge vom 1. März 2007 bis zum 12. Juni 2008. Ich arbeite immer wieder daran. Habt Geduld.
Danyeela, 15. Februar 2009