Archives For How to / Anleitungen

So, es ist Jahresende und das motiviert mich, alles mögliche noch fertig zu stellen oder Fertiggestelltes zu posten. (Entsprechend soll das alte Brot heute oder morgen noch in Semmel-/Brotknödel verwandelt werden…) Passend zur Adventspost-Aktion mit Thema „Wertzeichen“ habe ich im Laufe des Dezember ein sehr hochformatiges Album gebaut, im vorgegebenen Dämmerungsfarbthema  natürlich. Ich hab die Bilder etwas beschriftet, also einfach anklicken.

Dann ist da noch dieser Twister-Pullover, der nur aus einem Schnittteil besteht (plus Halsbeleg). Deswegen hat er es sogar geschafft, tatsächlich genäht zu werden. Gefunden hab ich den Pulli in der Zeitschrift „Handmade Kultur“ (wo auch die sehr kurze Anleitung drin steht), das Schnittmuster habe ich hier heruntergeladen.

Ich wollte den Pulli eigentlich erst aus Fleece nähen und natürlich hatte ich um ein Weniges zu wenig Stoff. Beim Wühlen in der Stoffkiste fand ich dann diesen genialen, bi-elastischen Fotoprint-Jersey, der genau passte. Aus dem Stoff hatte ich schon mal einen Loopschal genäht, der nun den Pulli aufs vorzüglichste ergänzt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, noch mal einen zu nähen.

Außerdem: Ich hatte ein altes, schön geformtes Stück Holz hier herumliegen. Und die Idee, einen einfachen Kalender zu gestalten. Reicht doch völlig aus, wenn man ungefähr den Monat weiß, oder? Ich habe jedenfalls festgestellt, dass ich nicht überall vollständige Kalendarien benötige, sondern dass es eher um das Bild des Monats geht. Und diese Wechselausstellung lässt sich mit 12 gestempelten Monatsnamen, Magneten, Reißzwecken und dem großen Vorrat an Gelliplate-Drucken wunderbar erreichen:

Ach, jetzt zeig ich euch auch noch den wahnsinnig innovativen Stiftehalter, den ich für meinen Schreibtisch gebaut habe. Klein, aber Platz für die Essenz an Stiften und Zeug. In seiner Schlichtheit und den ausgeklügelten, aber sich zurücknehmenden Designelementen ist er natürlich für den Laien nicht so ohne weiteres nachzubauen. Er besteht aus mit dem Cutter abgesäbelten Papprohrstücken, etwas Graupappe für den Boden, alles auf die Graupappe geklebt mit Ponal, fertig. Um Karl-Heinz Bogner zu zitieren:
“Mich interessiert das Unfertige, das Fragmentarische und Provisorische. Räume in Rohbauten beispielsweise, also Räume, die sich im Entstehungsprozess befinden, können für mich skulpturale Qualitäten besitzen.” Sag ich doch.

Sonst noch? Gutes Neues, bis demnächst!

 

 

Von Dosen und Ringen

17. Dezember 2013

Heute ist Dienstag.  Upcycling-Dienstag bei Nina. In ihrem Blog sammelt sie jeden Dienstag „Ideen, wie man aus Ausgedientem wieder etwas Wertvolles machen kann.“ Heute bin ich mal wieder mit dabei. Und  Creadienstag, wo Anke kreative Beiträge aller Art versammelt. Heute hab ich Zeit! Yay! Darum gibt’s gleich zwei Beiträge: Dosenupcycling und gelötete Ringe.

 

Teil 1: Dosen

Es fing alles an mit diesem Dosenöffner, den es neulich bei Tchibo gab. Genauso einen wollte ich immer schon haben, der öffnet nämlich jede Dose ohne scharfe Kanten – weder am Deckel noch an der Dose. Und man kann den Deckel wieder auf die Dose setzen. Damit sind diese Dosen kein Müll mehr – für mich jedenfalls und darum werden hier (fast) keine Dosen mehr weggeworfen…

Jetzt im Advent habe ich ein paar Plätzchendosen daraus gebaut: entweder zum Verschenken oder zum luftdichten, dekorativen Aufbewahren.

Mehr Upcycling bei Nina im Werkeltagebuch!

Teil 2: Ringe

Außerdem habe ich endlich mal wieder den Lötkolben rausgeholt:

Verwendet habe ich 2mm dicken Kupferdraht oder versilberten Kupferdraht. Ich bin schon ein bisschen aus der Übung, hab echt lange nichts gelötet. Wer mehr sehen will, was ich *früher* so gemacht habe, kann mal unter dem Schlagwort Schmuck gucken gehen.

Weil es aber tüchtig Spaß gemacht hat und jetzt auch ein paar Tage Muße ins Haus stehen, wird da sicherlich noch was kommen. Der Ring mit dem eingebohrten Loch ist noch nicht fertig: da kommt entweder noch eine Schraube drauf oder irgendetwas anderes Hübsches.

Das noch als Beitrag zum heutigen Creadienstag!

Schablone / Stencil, selfmade

28. September 2013

Schablonen (a.k.a. Stencils) sind ja ne feine Sache, v.a. in Verwendung mit einer GelliPlate. Nur ist „Schablonen kaufen“ nicht immer das Mittel der Wahl, v.a. wenn es schnell gehen muss, wenn man grundsätzlich keine Lust hat, 4-8 Euro für ein dünnes Stück Plastik mit Löchern zu zahlen und/oder nicht ewig auf die Lieferung warten will und überhaupt wissen wir ja: Selbermachen, Spaß, usw.. Vor allem, wenn die Schablone nicht aus filigranen Ornamenten besteht, sondern aus fetten Punkten.

Ich muss dazu sagen, ich wollte auch dieses spezielle Papier ausprobieren, dieses unbezwingbare. Das war nämlich so: neulich kaufte ich auf einem Flohmarkt drei Papierblöcke im Format A5, von denen ich dachte, es sei so ein schönes, glattes Papier (ein bischen beschichtet, wie in besseren Magazinen). Ich frohlockte ob der Aussicht, wie toll das wohl zu Bestempeln sei, aber Pustekuchen: Stempelabdrücke verschmierten und sogar bis Edding  trocken war, dauert es ewig. Seltsames Papier. Ich wollte das Blatt zerreissen und machte ein reichlich dummes Gesicht. Ging nämlich nicht. Es tauchte plötzlich so eine Folie auf, die sich wellte, aber nicht zerreissen ließ (zumindest nicht in eine Richtung). Das Papier ist tatsächlich irgendwie mit einem nicht wahrnehmbaren Zeug beschichtet und wenn es schon so widerstandsfähig ist, dann müsste es ja ideal sein, um als Schablone mit feuchten Farben klar zu kommen. Hier der Test.

Ich habe den Rand des Stanzers am vorherigen Loch ausgerichtet, so ging es schnell, die Kreise mit annähernd gleichem  Abstand zu stanzen. Die so entstandenen Lochstreifen habe ich abgeschnitten und mit Tesafilm einander geklebt.

Die Fotos zeigen dann die mit roter Acrylfarbe berollte Gelliplate; den Abdruck, der wirklich sehr sauber geworden ist und den sogenannten Ghost-Print, der nach dem Abziehen der Schablone entstanden ist.

Bin zufrieden! Jetzt noch eine Schablone mit großen Kreisen und dann probiere ich aus, wie sich das Papier mit dem Cutter bearbeiten lässt.

 

Am Wochenende hab ich hier weitergemacht: der Umschlag aus dem weichen Leder wollte bearbeitet werden. Zum Ansehen bitte das Bild anklicken – die ersten 15 Minuten im Zeitraffer:

Bildschirmfoto 2013-02-03 um 14.08.09

Von Grün zu Oll – ein Lederbuchumschlag wird bemalt

Musik: Creative Commons LicenseWallpaper by Kevin MacLeod is licensed under a CC Attribution 3.0http://incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1100843.

Klar, schön war diese ursprüngliche Variante schon, aber doch nicht richtig „meins“. Außerdem hab ich genug von dem dünnen grünen Leder – könnte noch ein paar Buchcover basteln, wenn ich darauf verzichte, mir daraus ’ne Tasche nähen zu wollen… Also hab ich mich ans Überpinseln begeben und die Kamera (schief) draufgehalten. Leider war dann nach ca. 15 Minuten der Akku alle. Immerhin ein erster Eindruck, wie das so zugeht.

Wie ging es dann weiter? Ich erinnere mich noch an Crackle-Paint, dann hellblaue und schließlich schwarze dünne Acrylfarbe. Etwas polieren mit einem weichen Tuch sorgt tatsächlich für schönen Glanz. Wie es geworden ist, erfahrt ihr demnächst :-)

Das Papier

Das Innenleben besteht aus gefärbten normalen Druckerpapier. Hier und hier hab ich das schon mal so ähnlich gemacht.

In ein Metalltablett, das ich als Färbewanne zweckentfremde, habe ich einen guten Schluck Wasser gekippt und dazu Adirondack Color Wash in gelb und braun. Muss weg, das Zeug, ich bin ziemlich unzufrieden damit, weil es verdickt und die Düsen sich zusetzen. Ich trockne die Blätter zuerst auf Zeitungspapier, dann im Ofen (Umluft, ca. 150 Grad) und dann bügel ich noch mal drüber, dann wird das Papier wieder glatt.

Der Umschlag schluckte 14 Heftlagen à 5 Bögen Papier, die ich zusammengenäht habe. Nun sitzt der Buchblock mit Umschlag in der Presse. Demnächst dann also das fertige Ergebnis.

Ich hab mal ein bisschen mitfotografiert beim Herstellen eines Buchumschlages. Das dazugehörige Buch ist noch nicht fertig (noch nicht mal angefangen, um genau zu sein). Aber heute geht es um den Umschlag und (fast) alles, was ich mir dazu gedacht habe. Ich wollte wieder ein Buch mit „alter“ Optik. Dazu gehören falsche Bünde, deren Basis diesmal nicht Schnur oder Pappe sondern aus dicken, schmal geschnittenen Lederstreifen, die ich beim Lederdealer meines Vertrauens in der Restekiste gefunden hatte.

Bild eins zeigt die drei Pappen: zwei dickere für vorne und hinten und eine dünnere für den Buchrücken. Bei der dünneren Pappe habe ich darauf geachtet, dass sie sich in die Richtung biegen läßt, die es erleichtert, den Rücken etwas rund zu biegen. In Längsrichtung, statt in Querrichtung also. Auf den Rücken habe ich die Lederstreifen für die falschen Bünde aufgelegt und später dann mit Planatol Elasta (den ich so gut wie immer verwende) festgeklebt.

 

Hier sieht man dann, dass ich den Rücken und die beiden Seitenteile mit dünner Luftpolsterfolie beklebt habe (sowas finde ich in meiner Zubehör-Schublade). Diese dünne Material sorgt für etwas Polsterung – der Umschlag wirkt plastischer und fasst sich schöner an, denn das Leder, was später aufgeklebt wird, ist sehr dünn.

 

Die Vorderseite des Umschlags habe ich mit einer einfachen Verzierung versehen. Ich stellte mir vor, dass diese Vertiefungen auf der Oberfläche mit Leder bezogen später gut aussehen würden. Besonders akkurat geschnitten hab ich das nicht, denn ich dachte, dass ich den Umschlag später noch richtig durch die Mangel drehen würde.

 

Kleiner Exkurs: Welches Leder nehme ich? Das grüne ist wunderbar dünn, das weinrote etwas fester. Sieht man auf dem Foto am „Knickverhalten“. Auf jedenfall wollte ich ein weißes/helles Buch (so eine Bibliothek…) in der  und dazu das Leder weiß anmalen, das hab ich ja schon öfter gemacht. Allerdings wollte ich nicht das spätere Buch anmalen, sondern das Leder vor der Verarbeitung. Gut, dass ich ein Probestück angemalt habe (zwei genauer gesagt – beide Ledersorten).

 

Gesso und weiße Acrylfarbe aufgepinselt…

 

… und ziemlich erschrocken: das Leder verhält sich „unschön“, bekommt eine papierähnliche Struktur. Nicht gut.

 

Also entschieden, doch direkt das grüne Leder zu verkleben. EIn Papierstreifen fixiert die beiden Seitenteile und den Rücken. Zwischen den drei Teilen lasse ich 4-5mm Platz.

 

Planatol aufpinseln und dann rasch alles andrücken. Darum gibt hier nicht mehr Fotos…

 

So, fertig. Etwas Zeit beansprucht das Herausarbeiten der Bünde. Dazu habe ich mit dem Zeigefinger das Leder gut an jeden Bund angerieben. Das Leder gibt etwas nach und hat sich schließlich wirklich gut um die weichen Bünde geschmiegt :-) Die Luftpolsterfolie fühlt und hört man überhaupt nicht mehr.

 

Auch die Vorderseite ist so geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte. Das Leder hat sich gut in die Vertiefungen eingefügt. Jetzt ist die Frage: lass ich es so, oder male ich doch wieder mit weißer (und/oder schwarzer Farbe) darauf herum? Die rautenförmige Intarsie möchte ich vielleicht noch füllen, z.B. mit einem Metallornament?

„Durch die Mangel drehen“, wie dieses Werk hier, werd ich den Umschlag so wie es im Moment aussieht, wohl doch nicht. Oder doch? Wer weiß…