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Am Wochenende hab ich hier weitergemacht: der Umschlag aus dem weichen Leder wollte bearbeitet werden. Zum Ansehen bitte das Bild anklicken – die ersten 15 Minuten im Zeitraffer:

Bildschirmfoto 2013-02-03 um 14.08.09

Von Grün zu Oll – ein Lederbuchumschlag wird bemalt

Musik: Creative Commons LicenseWallpaper by Kevin MacLeod is licensed under a CC Attribution 3.0http://incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1100843.

Klar, schön war diese ursprüngliche Variante schon, aber doch nicht richtig “meins”. Außerdem hab ich genug von dem dünnen grünen Leder – könnte noch ein paar Buchcover basteln, wenn ich darauf verzichte, mir daraus ‘ne Tasche nähen zu wollen… Also hab ich mich ans Überpinseln begeben und die Kamera (schief) draufgehalten. Leider war dann nach ca. 15 Minuten der Akku alle. Immerhin ein erster Eindruck, wie das so zugeht.

Wie ging es dann weiter? Ich erinnere mich noch an Crackle-Paint, dann hellblaue und schließlich schwarze dünne Acrylfarbe. Etwas polieren mit einem weichen Tuch sorgt tatsächlich für schönen Glanz. Wie es geworden ist, erfahrt ihr demnächst :-)

Das Papier

Das Innenleben besteht aus gefärbten normalen Druckerpapier. Hier und hier hab ich das schon mal so ähnlich gemacht.

In ein Metalltablett, das ich als Färbewanne zweckentfremde, habe ich einen guten Schluck Wasser gekippt und dazu Adirondack Color Wash in gelb und braun. Muss weg, das Zeug, ich bin ziemlich unzufrieden damit, weil es verdickt und die Düsen sich zusetzen. Ich trockne die Blätter zuerst auf Zeitungspapier, dann im Ofen (Umluft, ca. 150 Grad) und dann bügel ich noch mal drüber, dann wird das Papier wieder glatt.

Der Umschlag schluckte 14 Heftlagen à 5 Bögen Papier, die ich zusammengenäht habe. Nun sitzt der Buchblock mit Umschlag in der Presse. Demnächst dann also das fertige Ergebnis.

Ich hab mal ein bisschen mitfotografiert beim Herstellen eines Buchumschlages. Das dazugehörige Buch ist noch nicht fertig (noch nicht mal angefangen, um genau zu sein). Aber heute geht es um den Umschlag und (fast) alles, was ich mir dazu gedacht habe. Ich wollte wieder ein Buch mit “alter” Optik. Dazu gehören falsche Bünde, deren Basis diesmal nicht Schnur oder Pappe sondern aus dicken, schmal geschnittenen Lederstreifen, die ich beim Lederdealer meines Vertrauens in der Restekiste gefunden hatte.

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Bild eins zeigt die drei Pappen: zwei dickere für vorne und hinten und eine dünnere für den Buchrücken. Bei der dünneren Pappe habe ich darauf geachtet, dass sie sich in die Richtung biegen läßt, die es erleichtert, den Rücken etwas rund zu biegen. In Längsrichtung, statt in Querrichtung also. Auf den Rücken habe ich die Lederstreifen für die falschen Bünde aufgelegt und später dann mit Planatol Elasta (den ich so gut wie immer verwende) festgeklebt.

 

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Hier sieht man dann, dass ich den Rücken und die beiden Seitenteile mit dünner Luftpolsterfolie beklebt habe (sowas finde ich in meiner Zubehör-Schublade). Diese dünne Material sorgt für etwas Polsterung – der Umschlag wirkt plastischer und fasst sich schöner an, denn das Leder, was später aufgeklebt wird, ist sehr dünn.

 

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Die Vorderseite des Umschlags habe ich mit einer einfachen Verzierung versehen. Ich stellte mir vor, dass diese Vertiefungen auf der Oberfläche mit Leder bezogen später gut aussehen würden. Besonders akkurat geschnitten hab ich das nicht, denn ich dachte, dass ich den Umschlag später noch richtig durch die Mangel drehen würde.

 

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Kleiner Exkurs: Welches Leder nehme ich? Das grüne ist wunderbar dünn, das weinrote etwas fester. Sieht man auf dem Foto am “Knickverhalten”. Auf jedenfall wollte ich ein weißes/helles Buch (so eine Bibliothek…) in der  und dazu das Leder weiß anmalen, das hab ich ja schon öfter gemacht. Allerdings wollte ich nicht das spätere Buch anmalen, sondern das Leder vor der Verarbeitung. Gut, dass ich ein Probestück angemalt habe (zwei genauer gesagt – beide Ledersorten).

 

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Gesso und weiße Acrylfarbe aufgepinselt…

 

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… und ziemlich erschrocken: das Leder verhält sich “unschön”, bekommt eine papierähnliche Struktur. Nicht gut.

 

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Also entschieden, doch direkt das grüne Leder zu verkleben. EIn Papierstreifen fixiert die beiden Seitenteile und den Rücken. Zwischen den drei Teilen lasse ich 4-5mm Platz.

 

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Planatol aufpinseln und dann rasch alles andrücken. Darum gibt hier nicht mehr Fotos…

 

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So, fertig. Etwas Zeit beansprucht das Herausarbeiten der Bünde. Dazu habe ich mit dem Zeigefinger das Leder gut an jeden Bund angerieben. Das Leder gibt etwas nach und hat sich schließlich wirklich gut um die weichen Bünde geschmiegt :-) Die Luftpolsterfolie fühlt und hört man überhaupt nicht mehr.

 

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Auch die Vorderseite ist so geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte. Das Leder hat sich gut in die Vertiefungen eingefügt. Jetzt ist die Frage: lass ich es so, oder male ich doch wieder mit weißer (und/oder schwarzer Farbe) darauf herum? Die rautenförmige Intarsie möchte ich vielleicht noch füllen, z.B. mit einem Metallornament?

“Durch die Mangel drehen”, wie dieses Werk hier, werd ich den Umschlag so wie es im Moment aussieht, wohl doch nicht. Oder doch? Wer weiß…

 

 

 

Backen und Schnitzen

20. Dezember 2009 — 4 Comments

1. Backen

Ich habe ein neues Lieblingsrezept: das “5-Minuten-Brot”. Ich backe ja nun schon eine Weile ab und zu mal Hefebrote, und weil mir so ein leckeres, einfaches, gutaussehendes Brot bisher noch nicht über’n Weg gelaufen ist, muß ich das mal eben bewerben. Es handelt sich um das hier: http://blog.rezkonv.de/2008/01/17/nachgebacken-5-minuten-brot/. Die Anleitung ist super ausführlich (keine Sorge, der Spaß geht wirklich leicht), darum spar’ ich mir jetzt viele Worte, sondern zeige mal ein paar “Vorher” und “Nachher” Fotos (vom Teig zum knusprigen Goldstück).

2. Schnitzen

Gestern bei Eiseskälte an der Isar entlangspaziert und erfahren, dass der kleine – nennen wir ihn Bruno – gerne einen Zauberstab hätte. Ein durchaus nachvollziehbarer Wunsch! War es Magie, dass kurz darauf am Wegesrand ein trockener Ast mit mindestens zwei Zauberstäben darin auf uns wartete? Wunderbares Holz, mit Hundebißspuren, leicht und gut durchgetrocknet. Ich nahm ihn mit nach Hause und abends konnte ich die magischen Stöckchen aus dem Ast befreien. Und zwar so (klicken auf die Bilder macht sie noch größer):

Hier der Ast.

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Mit der Säge an meinem Taschenmesser habe ich zwei halbwegs gerade Stücke aus dem Ast gesägt.

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Diese habe ich zuerst einmal entrindet – ging ganz einfach.

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Mit dem Cutter und Messer habe ich die Stäbe etwas begradigt und eine Spitze geschnitzt.

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Noch etwas mit Schmirgelpapier geglättet und die Grundform ist fertig – fehlt noch das “Finish”.

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Zuerst habe ich grüne Tinte draufgepinselt – mmh, gefällt mir nicht so gut.

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Ich habe dann schwarze Tinte ausprobiert – super!

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Dann habe ich je einen Lederstreifen mit Planatol bestrichen (Foto) und um den oberen Teil des schwarz gefärbten, mittlerweile getrockneten Stabes geklebt/gewickelt.

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Der schmale Stab hat noch einen hübschen Abschluß bekommen: ich hatte in meiner Sammelsurium-Kiste so ein Häubchen, was genau auf die Spitze passte. Da ist schon Magie im Spiel.

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Zum Schluß habe ich das schwarze Holz mit Gelmedium eingepinselt – die Tinte färbt beim Anfassen (natürlich) total ab und das Gelmedium wirkt wie ein Schutzlack.

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Oberhalb des Lederstreifens ist noch etwas Silberdraht drumgewickelt; die Enden sind in das Holz einige Millimeter tief in das Holz gesteckt, so dass sich niemand pieksen kann.

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Fertig!

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Vom”rohen” Ast hin zu den schwarz bepinselten Stäben (also ohne Leder und Deko) hat es übrigens genau eine “Pet Shop Boys” CD gedauert, dabei habe ich noch eine Suppe gegessen. Ging also echt fix, und die Deko hat auch nicht mehr so lange gedauert.

Erste Aufgabe des neuen Zauberstabs wird es nun sein, das hier ganz fix zu beseitigen:

Fotoalbum

27. September 2009 — 8 Comments

Meiner Mutter hatte ich zum Geburtstag ein Album versprochen mit dem “Best of” der Fotos von zwei Tagen Feierei.  Mittlerweile habe ich es fertig und ein paar Fotos des fertigen Produktes sowie etwas “Making of”-Doku will ich euch nicht vorenthalten. Es ist eher “schlicht”, aber es soll ja Mama auch gefallen, klar. Anklicken macht die Fotos größer.

Grundlage des Albums sind feste Acrylmalblockseiten, gefaltet:

Diese habe ich mit stark verdünnter Acrylfarbe angepinselt – natürlich von beiden Seiten. Ich war sehr froh, dass sich die Seiten nicht gewellt haben, sie sind wirklich beim Trocknen ganz glatt geblieben und ich mußte sie nicht pressen.

Die Fotos (insgesamt 42 Stück) habe ich auf 10×15 angelegt und im Drogeriemarkt Rossmann ausdrucken lassen (mit weißem Rand – der Automat macht nur 10×15, ich brauchte die Fotos aber etwas kleiner). Dann habe ich sie beschnitten, so dass noch etwas weißter Rand zu sehen ist:

Beim Umschlag habe ich mich für schwarzes Nubukleder entschieden: Rückseite mit Planatol eingestrichen, darauf Acrylmalblockpapier aufgeleimt (also ein “Softcover”-Umschlag):

Diese Sache gut zwischen Zeitungen pressen und trocknen lassen! Das dauert mindestens 12, besser 24 Stunden. Zwischendurch die Zeitungen mal auswechseln.

Die Albumseiten sauber beschneiden:

Den Buchumschlag entsprechend des Innenlebens zurechtschneiden:

Als Bindung habe ich mich für die sogenannte Knopfloch-Bindung entschieden: klar, weil man die bunten Seiten am Rücken im Kontrast zum schwarzen Leder einfach zeigen muß:

Aufs Cover noch selbstklebende Papp-Buchstaben und fertig:

Die Fotos habe ich (diese beiden Seiten sind nicht repäsentativ) auf unterschiedliche Art angeordnet und immer nur eines pro Seite.

                               “Ich war ein Bogen Papier”, könnte das Innenleben dieses kleinen Büchleins sagen, aber es schweigt. Egal, red’ ich halt. Es ist komplett farbig und strukturiert, dieses Innenleben, und ich habe den Entstehungsprozeß etwas mitfotografiert.

Auf großen Bögen Papier mit Farbe und Zeug herumzusauen ist tolltolltoll – und man kann so ein (beidseitig) bemaltes Papier auch anders nutzen, als für Hintergründe zum Scrappen oder Geschenkpapier. Zum Beispiel, um den kompletten Innenteil daraus herzustellen, wie hier beim Wildlederbuch bereits geschehen. Es ist mal schön, wenn die Seiten nicht so ehrfurchteinflößend weiß sind.

Papier ist nicht nur geduldig, sondern auch ziemlich strapazierfähig, und wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, dass auch ganz normales dünnes Papier mit Knicken, Flecken, Rissen und viel Farbe sehr charmant wirken kann (ok, das ist nichts, an was ich mich gewöhnen müßte), dann lässt man auch leichter alle Bedenken fallen, man könne irgendetwas “falsch” machen.

Ich hatte also einen ziemlich großen Bogen nicht besonders dickes Papier, so 70cm x 100cm. Den habe ich auf den Balkontisch gelegt und zunächst eine gute Portion Krakelierlack (so 3-4 EL) drüber gerollt.

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Hier nochmal eine Nahaufnahme:

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Dann habe ich das ein paar Stunden draußen trocknen lassen und anschließend mit verdünnter grüner Tusche besprüht.

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In der Stempelbar habe ich vor ein paar Tagen eine Pump-Sprühflasche erworben. Durch das Pumpen wird ein Überdruck erzeugt und das wenn man dann drückt, kommt das eingefüllte Zeug in feinem Nebel heraus – ganz ohne Treibgas.

Auch die Rückseite des Papiers habe ich grün eingenebelt.

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Nachdem alles getrocknet war, habe ich sämtliche Reste weißer Acrylfarbe die ich noch hatte, aufgebraucht und auf den Bogen gespachtelt (auf die Seite mit dem Krakelierlack).

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Nach ein paar Minuten waren die Risse schon sehr schön sichtbar.
Wieder gut trocknen lassen, dann das Papier falten und in Stücke reissen:

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Nach dem Reissen ist das Heft fast fertig: man legt die Bögen zu Heftlagen zusammen, in meinem Falle sind es vier Lagen à vier Bögen Papier, locht und bindet sie. Eventuell noch etwas daran herumreissen – ganz wie man es braucht.

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Den Rest der Bindung erklär’ ich jetzt mal nicht weiter, altbekannte Sache, ich habe einfach die Bögen in den Umschlag genäht. Der Umschlag besteht aus diesem  Papier mit dem wunderbaren Retro-Muster (“Dill Blossom”) von S.E.I., das ich auf dünne graue Pappe geklebt habe, innen dann noch etwas “bittersweet” von Basic Grey dagegen und fertig. Die Knöppkes hinten sind reine Deko.

Das Buch wird übrigens tatsächlich benutzt! Genau zu diesem Zwecke habe ich es gemacht. Hinein kommen Einrichtungsideen und Zitate/Texte/Sprüche, die ich mit dem Thema in Verbindung bringe; und ich habe auch schon angefangen, es zu füllen. Ein paar Seiten hab’ ich mal abgelichtet. Erstaunlich übrigens: die weiße Acrylfarbe, die nun so aussieht, als würde sie jeden Moment vom Blatte bröseln, hält bombenfest. Auch beim festen Drüberreiben mit dem Finger bewegt sich da gar nichts.

Das Grün der Seiten passt genau zum Grünton auf dem Patterned Paper und um eine weitere Verbindung zwischen Inhalt und Cover herzustellen, habe ich etwas von dem krakelierten Papier unter das Metallschildchen geklebt. Zum Reinschreiben verwende ich nun einen schwarzen Poster-Paint-Stift, der haftet und deckt perfekt.