Und fertig. Naja, nicht wirklich fertig – das ist der Stand der Dinge: das gelbe Buchcover sieht (unverändert) so aus:
Ich werde hier eine koptische Bindung machen – ein paar dezente kleine Löcher am linken Rand schaden nicht weiter, aber Buchleinen kann ich hier schlecht drüberkleben, ohne zuviel vom Bild wegzunehmen. Das Papier wird das sein, welches ich meistens verwende – ich schrieb schon darüber. Davon liegt auch ein kleiner Stapel hier herum, nur: es ist zu klein! Das Buch ist ein Querformat und die Papiere reichen in der Breite nicht ganz aus… es fehlen so 1,5 cm zum rechten Rand hin, wenn man die gefalteten Heftlagen links mit der Pappe bündig hinlegt.
Was tun? Größeres Papier kaufen. Dazu müßte ich nach München fahren, zu “Carta Pura”, das schaff ich aber in den aber in den nächsten zehn Tage nicht. Also habe ich überlegt, ob ich statt dessen improvisiere und das Papier trotzdem verwende. Den Platz nach rechts könnte man mit einer Art Register oder Tabs gut ausfüllen. Da bin ich mir noch nicht sicher – ich hatte es mir anders vorgestellt. Und ganz ehrlich: auch wenn ich diesen “Workshop” zu einem Abschluß bringen möchte, “übers Knie brechen” will ich die beiden Bücher auch nicht. Also übe ich mich in Geduld und werde sobald wie möglich Papier in der erforderlichen Größe beschaffen, damit ich mich nicht ärgere, dass ich das nicht gemacht habe. Für das koptische Binden habe ich hier schon Anleitungen verlinkt.
Das fertige Buch werde ich hier natürlich zeigen!
Buch 2 ist nahezu fertig. Hier wähle ich eine ganz einfache Lösung: es wird ein Ringbuch; ich niete eine zweier Ringbuchschiene ein. Ich habe sogar zwei Stück hier rumliegen, eine mit ca. 4cm Ringdurchmesser und eine mit 1,5 cm. Wie sollte es anders sein, ich brauche 3cm… Und wo bekomm ich die? In München, bei Carta Pura… Papier als Füllung dafür schneide ich auch noch zurecht und füge es ein. Aber im Grund ändert es nichts an der Optik, daher hier die Fotos des Umschlags:
Alle Fotos öffnen sich bei Klick in einer größeren Version.
Und hier noch die abschließenden Arbeitsschritte (die Entstehung bis hierher kann man in Teil 3 nachlesen)
Zunächst habe ich ein paar Drachenschuppen aufgemalt…
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… und diese mit einem Tombow-Stift grün grundiert. Das hätte ich besser nicht gemacht (mehr dazu gleich)
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Ich habe den ausgeschnittenen Drache dazugelegt, um zu sehen, wo ich in hinklebe – das war einfach.
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Und den Drachen habe ich ebenfalls mit den Tombow-Stift grün anmalt.
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Auf dem Schreibmaschinenpapier hält die grüne Farbe ganz gut, im Gegensatz zu der weißen Grundierung. Darum habe ich das Grün mit einem feuchten Lappen wieder etwas entfernt. Beim anschließenden Versiegeln mit Gelmedium verwischt sie nämlich sonst total. Und auch der Stift, mit dem ich die Schuppen gemalt habe, färbte das Geldmedium leicht grau. Mmmh. Jetzt sieht es sieht alles ganz schön schmuddelig aus…. *seufz*
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Jetzt war ich an einem Punkt angelangt, das mir das alles überhaupt nicht gefiel. Was macht man in so einem Fall? Richtig, man schmiert fett Farbe drüber. Ich habe weiße Farbe drübergespachtelt und was da mit dem Drachen passierte, gefiel mir dann doch wieder… Vom Rest des gelben Balkens mußte ich die weiße Farbe aber schnell wieder abwischen.
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Hier noch mal in Nahaufnahme… Man erkennt, wo ich den Spachtel mit der weißen Farbe links auf dem Drachen angesetzt und dann nach rechts rübergezogen habe.
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Fast fertig…
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Ich habe überall noch Geldmedium drübergegeben und nun folgte das “Finish”: die Buchstaben wurden mit Drachenschuppen gefüllt, der Drache nochmal nachkonturiert, das Auge des Drachen mit “Diamond Glaze” hervorgehoben und eine kleine schwarze Linie umrandet nun das Cover. Mit der Schreibmaschine habe ich dann noch eine Beschriftung für den Rücken getippt. Fertig. Wie gesagt, eine Ringbuchschiene macht aus diesem Umschlag ein praktisches kleines Notizbuch mit auswechselbaren Blättern oder vielleicht sogar ein Mini-Album.
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“Was macht sie eigentlich mit den ganzen leeren Büchern und Heften?”, mag sich manch eine fragen. Nun, erstmal sammele ich sie und erfreue mich daran. Einige dienen als kleines Mitbringsel oder Dankeschön. Und wieder andere, aufwändige wie diese hier, werden mit etwas Wehmut im Herzen verschenkt zu besonderen Anlässen an besondere Menschen – das ist bei der Ringbuchvariante der Fall. Es erhält jemand aus der buckligen Verwandtschaft, mehr kann ich an dieser Stelle nicht verraten, denn er/sie/es liest ja womöglich mit (unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen).
So, an dieser Stelle endet die kleine Serie “Zugeschaut und mitgebaut”. Mir hat es Spaß gemacht. Es sind einige Stunden dabei drauf gegangen, aber das war gut genutzte Zeit und letztlich habe ich das ja auch für mich gemacht. Das Dokumentieren hat zuweilen etwas den Fluß gebremst, aber auch das ist eine interessante Erfahrung. Kommentare empfinde ich übrigens auch immer als ein kleines Dankeschön. Sie motivieren mich und lassen mich wissen, dass es da draußen Menschen gibt, die diese Ausführungen lesen und denen sie was bringen.