Archives For Pinsel und Farbe

400 Artikel

24. Mai 2013

Sind hier im Blog zusammengekommen, das sagt zumindest die Artikelverwaltung von WordPress. Dann ist dies der 401. Es fluppte heuer noch oder nicht mehr so richtig mit dem Bloggen, aber jetzt: neuer Anlauf. Also: neues Theme, fühlt sich gleich einem neuen Anfang nach an. Wenn umgestalten immer so einfach wäre, wie bei WordPress :-)

Was gibt’s sonst so neues? Fangen wir doch mal mit einem kleinen Journal an, das zum Stempel ausprobieren und drin herumschmieren am Werktisch bereitliegt und schon gut in Benutzung ist. Entstanden aus Resten und Schmierpapier, z.B. Versuche, mit einer Glasplatte zu drucken. Das Cover ist wie gleich im nächsten Absatz beschrieben entstanden; bestempelt und schabloniert und mit Gelmedium versiegelt. Sehr schöne Haptik! Alles gefaltet, unter der Nähmaschine durchgeschoben und fertig. Nicht beschnitten ist zur Abwechslung auch mal schön.

Wenn gar nichts Kreatives geht, dann geht zumindest eines: Farbe auf Papier aufbringen, mit einem Spachtel, Pinsel und alten Lappen, schichtweise, befeuchten und wieder abwischen und so weiter. Dabei bekomme ich dreckige Finger und leuchtende Augen, macht nämlich sehr viel Spaß. Ich nehme 170 g Papier von einem beim Boesner gekauften „dorée-Profi-Block“. Zum Schluß kann man dann doch Gelmedium draufspachteln, dann wird die Oberfläche sehr glatt und widerstandsfähig. Auch wenn sie ein bisschen so wirken, sie sind nicht digital zusammenkomponiert. Ich hab die Papiere mal eingescannt, wer mag, kann sich die Dateien im Format DIN-A4 hier herunterladen.

Creative Commons Lizenzvertrag

Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell 3.0 Deutschland Lizenz.

 

Gemalt und gestempelt

11. Dezember 2012

Ich male gerne. Nicht immer aber entzückt mich das Endergebnis. Es passiert hin und wieder, dass ich zu spät aufhöre und denke: am Anfang sah es aber besser aus…

Ikonen faszinieren mich schon eine Weile und kürzlich kam ich in den Besitz eines Buches mit vielen Ikonenabbildungen, darunter auch Detaildarstellungen der Gesichter. Sehr, sehr schön und prima Vorlagen.

Diesmal habe ich mir vorgenommen, das Gesicht eher als Skizze zu belassen. Es hat geklappt, ich bin zufrieden damit. Gemalt habe ich auf einer Leinwand im Format 20×30. Ein nicht so toll gewordenes Gesicht hatte ich zuvor mit Gesso überspachtelt. Genau dieser leicht unruhige Hintergrund ist es, der jetzt das ganze „rund“ macht, finde ich. (Die kleine Hand vom Jesuskind passt eigentlich inhaltich nicht so ganz her, aber ohne würde was fehlen.)

Außerdem habe ich ein paar Stempelchen geschnitzt. Ich verwende die gerne für Hintergründe oder bei Reisetagebüchern. Das Foto unten zeigt einen zukünftigen Heftumschlag (die Nut ist schon da), der mit Gesso grundiert wurde, mit Colorwash und Wasser besprüht und mit Gelmedium bestrichen und anschließend bestempelt.

Was sonst noch so geschaffen wurde, findet Ihr auf http://creadienstag.blogspot.de/.

Was mit und ohne Wolken

27. November 2012

Ich bin zurück von einem Kurztrip aus Paris. Und konnte ein Buch erwerben:

Altes Buch aus Paris

Für den Preis von einem halben Liter Bier („happy hour“ wohlgemerkt) hätte ich vier dieser Bücher kaufen können – kein Wunder, dass dort alle Wein trinken. Dieses hier wird demnächst zerpflückt, was mir nicht schwer fallen wird, weil der Rücken eh schon hinüber ist.

Dann sind in den letzten Wochen ein Scanner und ein Photodrucker zu mir gestoßen und das hab ich zum Anlass genommen, mal wieder zu scrappen. Hat in der Tat Spaß gemacht. Diese gelbe Wolke ist ein Teil der Wolkenschablone von Julie Fei-Fan Balzer. Ich hatte über den Druckkurs mal die Möglichkeit, mit einer Druckpresse zu arbeiten und hab kurzerhand die ganze Schablone eingefärbt, in die Presse gelegt und wie einen Druckstock/Stempel verwendet. Geht gut und ich mag den leicht geprägten Effekt.

Kaiserschmarrn Layout

Aus dem gepägten Leinwandstoff hab ich eine kleine Tasche genäht, in der zur Zeit Washi- und andere kleine Klebebänder herumliegen.

Tasche mit Wolkenmuster

Tasche mit Wolkenmuster

Und nun zu den jüngsten Werken:

Geschenkanhänger kann man keinesfalls genug haben. Zum Dranhängen an Geschenke, den Weihnachtsbaum oder die Zimmerlinde. Als Lesezeichen. Als Mobile. Als Notizzettel. Als Namensschild. Oder für unter’n wackeligen Stuhl zu schieben. Es gibt wirklich viele Möglichkeiten, diese kleinen Scheißerchen zu verwenden, darum mach ich am besten noch welche. Diese hier hab ich neulich aus einem A4-Bogen, den ich mit einer Glasplatte bedruckt hatte, herausgeschnippelt und dann bestempelt und beklebt.

Außerdem hat mir diese besinnliche Stillbeschäftigung die Einsicht gebracht, wozu um Himmels Willen dieser Mini-Kreisstanzer gut ist, den ich mal für einen Euro erworben habe. Stanzt so Kreise von einem cm Durchmesser und ist damit  – tädää: ideal zum Herstellen von Verstärkungsringen bei den Anhängern. Wir wissen ja alle, da wird immer enorm dran gezogen.. Wenn dann das Loch nicht verstärkt ist – kaum auszudenken.

So, das war’s erstmal für heute. Bis in Kürze wieder.

Vorbereitungen

29. Juli 2012

Lange Projekte gehören nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen. (Wenn es eine Realitätserweiterung für gäbe für schnell trocken und auf Knopfdruck fest, da wär ich dabei.) Jedenfalls: zur Zeit übe ich mich in Geduld und grundiere täglich meine drei Holzplatten mit Kreidegrund. Denn: die Kirchenmalerin-Kollegin ist dabei, mich in die Kunst des Poliment-Vergoldens einzuführen. Das fühlt sich ein bisschen alchemistisch an – wie man z.B. den Kalk in den Leim streut…  me like a lot! Der Kreidegrund wohnt im Kühlschrank und ist fest – man schneidet kleine Mengen davon ab, lässt die im Wasserbad flüssig werden und pinselt dann die Holzplatte damit ein. Wenns durchgetrocknet ist, das gleiche wieder.

Der Kreidegrund ist eine interessante Sache – ich wollte ja mal einen Gipsuntergrund herstellen, und ich glaube, das Geheimnis des guten Haftens ist der Hautleim. Also in aller Kürze geht das ungefähr so: man nimmt Hautleim und läßt den in Wasser quellen, am nächsten Tag wird der Pamp erhitzt und verflüssigt sich dann. Dieser Leim ist die Basis für den Kreidegrund, der dadurch entsteht, das feine weiße Kreide (Champagnerkreide und Bologneser Kreide) dazu gegeben werden und ein, zwei Tropfen Leinöl. Dann wird die Masse durchgesiebt und kann verwendet werden. Sie mags warm, darum ist ein wohltemperiertes Wasserbad angeraten, sonst geliert der Hautleim.

Ich habe drei kleine Holzplatten vorbereitet. Die wurden zuerst mit purem Hautleim bestrichen und nach dem Trocknen wiederholt mit Kreidegrund versehen. Außerdem möchte ich die Spitze eines Zauberstabs vergolden und einen Kieselstein. Es wird keine Ikone geben, sondern Muster / etwas Grafisches – ideal, um auszuprobieren, wie sich  welche Malmedien auf dem Kreidegrund verhalten, z.B. Plakafarbe (Kasein-Farbe), Gouache (Tempera), Acryl, Kreide, …

Nach dem Kreidegrund folgt Schleifen und dann das Poliment, das ist eine ganz feine Erde, die ebenfalls mit Hautleim angerührt wird. Auf diesem Poliment wird dann das Blattgold aufgebracht und anschließend mit Achatsteinen poliert. Das sollte dann das so richtig hochglänzend aussehen – ich bin gespannt und freu mich sehr aufs Ausprobieren.

 

Stoffdruck-Patchwork

14. Juli 2012

Schön, wenn irgendein kreativer Teil in mir in der Mittagspause ein paar kleine Gläschen mit Stoffmalfarben besorgt und alte Bettlaken zerschnippelt (letzteres nicht in der Mittagspause.. ). Macht sehr viel Spaß und dieses Kissen ist mir immer noch eines der liebsten. Ich habe gestempelt mit Moosgummi-Stempel und schabloniert. Außerdem spielt mit: ein spezielles schwarzes Stempelkissen für Stoff und der Griff in die Stempelschublade. Alles heiß gebügelt und gewaschen. Dann zerschnippelt und aneinandergenäht mit einigen schon vorhandenen Stoffen und weißem Bettlaken dazwischen. Das waren ein paar schöne Stunden Näherei und das Ganze wird ein schmaler Vorhang fürs Schlafzimmerfenster und muss nun noch rundherum mit Schrägband eingefasst werden. Ausprobiert hab ich’s schon – sieht auch noch gut aus, wenn Licht hindurch fällt.

Fotos dann demnächst, wenn das alles fertig ist. EDIT: hier

Ich hab die Tage außerdem zum ersten Mal Ölvergoldung ausprobiert und eine kleine Ledergeldbörse genäht.

Und jetzt? Jetzt erkläre ich die Schaffenspause für beendet.