Jul 4, 2010
Einfach mal wieder so, ein kleines, nicht zu dickes Büchlein, fadengeheftet aus in verdünnter Acrylfarbe getränktem Papier, das ich im Ofen getrocknet habe und Packpapier. Das Cover (weiß grundierte Pappe) ist dekoriert mit transferiertem “Basic Grey”-Papier (“Boxer” stand auf dem Rand). Ist das schön, jetzt einen coolen Scrapbookladen nah bei zu haben (in LA – wie die Landshuter ihre Stadt gerne abkürzen). Anders als sonst: das Buch ist nicht mit Gelmedium bespachtelt, sondern nur fein geschmirgelt. Fasst sich toll an. Und (wie unschwer zu erkennen) ich hatte heute keine Lust auf einen Titel, also bleibt es erstmal so.
Update, 22 Stunden später: Na, das nenn ich einen ziemlich perfekten Tag. Ich war auf einer sehr guten Fortbildung, hab mir danach eine schöne, coole, neue Brille ausgesucht, ein kaltes Bier gekauft und ‘ne Tüte Wasabi-Chips um dann schließlich bei der Packstation ein Überraschungspaket abzuholen – ein Geburtstagsgeschenk von Kerstin mit den herrlichsten Kleberollen, die man sich denken kann – genau meine Muster und meine Farben… Und sie passen wie Faust aufs Auge auf das Buch, das ich dann zuende gestalten konnte. Dazu gab’s noch einen Knitter’schen Bilderrahmen als Geburtstagskarte, der schon in der Küche einen Platz gefunden hat. Ist der nicht genial? Und weil es ein Packstation-Durcheinander gab, hätte ich dieses geniale Geschenk fast gar nicht abgeholt.. Kerstin: ich komm demnächst vorbei und bedank mich höchstpersönlich!
Jun 23, 2010
Für den nächsten Italientrip gibt’s wieder ein Journal – diesmal Hardcover mit Fadenheftung (nach dieser
Anleitung) und natürlich pontaltransferiertem Cover. Dafür habe ich das Original Polyglott Büchlein (ein Flohmarktfund) eingescannt und Capri eliminiert (keine Angst, nur mit Photoshop), weils nicht in auf dem Reiseplan steht. Die Innereien sind wie beim ersten
Reisejournal mit der Nähmaschine genäht, diesmal aber etwas “ordentlicher” und weniger komplex, aber es zeigt sich, dass beim Reisen genug Gedöns auf die Seiten kommt, so dass keine Gefahr besteht, irgendwas könne nachher langweilig aussehen. Weil die Bindung ja nicht sehr flexibel ist, wird das Buch, wenn es gefüllt ist, etwas aufstehen – aber nur ein bischen, ich habs mal mit Cardstock-Einlagen simuliert. Und vermutlich wird es noch eine Möglichkeit geben, das Buch am Aufgehen zu hindern, evtl. mittels Gummiband. Aufs Cover ist zum Schutz wieder Gelmedium draufgespachtelt.
Hab ja schon länger kein Hardcover mehr gebunden, aber ich mußte erneut feststellen: Bücher selberbinden ist eine wunderbare, äußerst befriedigende und glücklich machende Sache!
Apr 17, 2010
Endlich hatte ich mal Gelegenheit, ein Journal für einen konkretes Vorhaben zu basteln und auch direkt zu füllen – auf einem Kurztrip nach Rom, Venedig und Triest. Das ist eigentlich das Beste: machen und kurze Zeit später fertigstellen! Ich hatte das Journal dabei und an weiterem Zubehör nur einen kleinen Tacker, Kulis und Textmarker – hat völlig ausgereicht. Die Fotos (je 2 quadratische Fotos mit Polaroid-artigem Rahmen auf einer 10×15 cm Datei angelegt) habe ich nach der Rückkehr ausgedruckt und eingefügt. Inspiriert ist das Journal von dem Mary Ann Moss-Workshop, wie hier beschrieben. Ich habe einen Wildlederumschlag genäht und die Stadtnamen mit Acrylfarbe (helle Buchstaben) und schwarzer wasserfester Stempelfarbe aufgestempelt. Die sechs direkt in den Umschlag genähten Heftlagen bestehen aus verschiedensten Papierresten und Patterned Paper, teilweise auch eingenähten Klarsichthüllen, Klappen, Umschlägen, … alles mit der Nähmaschine aneinandergefügt und mit vielen Möglichkeiten, Inhalte zu verstecken, Dinge aufzuklappen und ähnliches. Das Ding hat das Format A5 und ist richtig dick geworden – voll schöner Erinnerungen.
Ein paar Eindrücke:
Jan 4, 2010
Zwei Sächelchen habe ich Endes des Jahres noch zustande gebracht (und beide verschenkt): ein kleines Notizbuch gefertigt aus der Pappe eines Werbeaufstellers. Innen habe ich die Pappe so gelassen, außen weiß grundiert und mittels Ponaltransfer gestaltet. Gefüllt ist das Stück mit Karteikarten.
Und das zweite ist ein “shabby style journal”, als erstes Ergebnis eines Online-Kurses bei Mary Ann Moss “Remains of the Day”. Mary Ann ist lustig, sympathisch und allerbestens vorbereitet: sie hat mehr als 20 Videos produziert, die alles ganz genau zeigen und ungemein inspirierend sind. Es ist eine Freude, ihr zuzuschauen und selber loszulegen und dieses hier wird ganz gewiss nicht das letzte Journal gewesen sein. Weil man überall noch was rausziehen und entdecken kann, bieten diese Hefte/Bücher etwas zum stundenlang blättern und schmökern, wenn seine neue Besitzerin es mit Fotos, Andenken, Scraps und Texten gefüllt hat.
Hier ist die Beschreibung des Kurses, Beispiel für ein gefülltes Journal. Ein paar Seiten zeige ich hier – alle Seiten habe ich in einem Set auf meinem flickr-account abgelegt.
Dez 26, 2009
Ich mag die Zeit “zwischen den Jahren”. Das alte Jahr ist im Grunde schon zuende, das neue aber noch nicht da – wir befinden uns in einem zeitlichen Niemandsland.
Für mich ist das auch die Zeit, in der man aufräumt, um das neue Jahr mit zwei, drei Altlasten weniger zu beginnen. Und dazu gehört ein frischer Kalender samt neuem Umschlag. Diesen hier hatte ich letztes Jahr um diese Zeit zusammengeklebt und das Konstrukt tatsächlich ein Jahr lang konsequent genutzt. Heuer ist aus dem “Almanac” eine “Agenda” geworden. Grafisch eher schlicht und vor allem: kein “Fictional Book”-Titel, sondern ein kleines Wortspiel mit dem Begriff “hidden agenda”. “Hidden agenda” wird oft mit “Hintergedanken” übersetzt: gemeint ist ein bewußtes, strategisches Handeln, in dem man eben nicht immer die Karten offenlegt und das Gegenüber im Unklaren über die eigentlichen Motive des Handelns läßt. In der Psychologie wird diese “hidden agenda” aber auch als unbewußt verhaltenssteuernd begriffen: geliebt werden, perfekt sein, gesund sein, verstanden werden, usw. Welche dieser Wünsche die “hidden agenda” einer Person bilden, hängt davon ab, aus welchen spezifischen Eigenschaften sich der Charakter zusammensetzt (hier und hier mehr dazu).
So, das hat es also mit meinem Agenda-Titel auf sich
Wie immer: Das Design habe ich in Photoshop erstellt, ausgedruckt und mit Ponaltransfer auf die weiß grundierte Pappe übertragen, abschließend mit Gel-Medium versiegelt (Wie das glänzt! Love it!).