Mrz 11, 2010
Metall ätzen für Schmuckbasteleien wollt ich ja schon lange. Vor einer Woche hab ich endlich damit angefangen und ganz einfach finde ich es nicht. 0,7 mm dickes Kupferblech ist das Ätzopfer – hatte ich noch was von da (aber eigentlich möchte gern mal was “silberfarbenes” ausprobieren). Wie fast immer steht vor’m zufriedenstellenden Objekt das Ausprobieren. Damit die Säure (Eisen3Chlorid) nicht munter alles auffrisst, was man ihr vorwirft, braucht es säurerestistente Flächen auf dem Material. Irgendwo hatte ich gelesen, das ginge mit bestimmten wasserfesten Stiften und von Stazon (hält ja normalerweise gut auf Metall) war auch die Rede. Die Versuche mit Stazon-Stempelabdrücken waren aber kläglich. Das Stazon hält der Säure nicht gut stand, zum anderen hätte die Sache wohl noch etwas länger im Säurebad liegen bleiben müssen. Der schwarze Anhänger mit dem “g” darauf ist eines dieser Stücke. Dann habe ich mich an die Toner-Variante begeben. Hierbei wird ein Laserausdruck oder eine Photokopie durch Hitze auf das Metall übertragen. Aber soo toll ging das auch nicht. Nachlesen brachte dann zu Tage: Aceton gehört zum Transferieren noch dazu. Also ein zweiter Versuch mit Nagellackentferner, reines Aceton hab ich nicht, aber was Nagellack entfernt, könnte ja für sowas auch gehen. Leider nicht: sehr mäßiges Ergebnis! Der Toner haftet nicht gut auf dem Metall. Beim Wiederholen, schließlich muß es ja irgendwie gehen, habe ich mich daran erinnert, das ich zwei Nagellackentferner habe. Einen mit Aceton, einen ohne.

Ok, habe dann den acetonfreien wieder weggeräumt, die agressive Variante genommen (immerhin mit Mandelduft!) und siehe da: funzt ganz manierlich. Man legt den Ausdruck mit der bedruckten Seite auf das Metall, betupft das Papier mit Aceton und bügelt dann ein paar Sekunden sehr heiß drüber. Dann kann man das Papier (nach dem Abkühlen des Metalls) einfach naßmachen und abrubbeln, der Toner klebt auf dem Metall. So ist nun dieses noch ungelöcherte Stück entstanden, mit einem Passus aus Psalm 23: “I will fear no evil for thou art with me” – im Chor üben wir gerade das
Requiem von Rutter. 100% überzeugt bin ich auch davon nicht – ich wünsche mir eine tiefere Ätzung, diese ist zwar recht sauber, aber hat kaum Tiefe. Also: “To be continued…”
Achja: das g hat auf der Rückseite ebenfalls einen Psalm als Spruch (Versuch 2) und daraus habe ich einen schnellen Anhänger gemacht – so sieht er auch aus…
5 Comments, Comment or Ping
Kim Sonksen
Das ist ja mal wieder ein Ueberhammer – einfach genial. Und wer haette gedacht, dass der Nackellackentferner die Loesung war.
Schmuckstueck mit leichtem Duft dann…mmmmmmmmh Mandel
Mrz 11th, 2010
Suschna
Toll, dieser Werkstattbericht. Das Ergebnis finde ich schon ziemlich gut – nun könnte man mit dem Anhänger vielleicht auch Drucke machen? Freu mich schon auf die Fortsetzung.
Mrz 12th, 2010
Lucy
Interessanter Effekt! Die Aufbügelvariante mit Aceton kannte ich noch gar nicht – hatte nur irgendwo gelesen, man könne Laserausdrucke auf Stoff aufbügeln. Funktioniert aber sehr schlecht, fast gar nicht. Ich probiers mal mit Stoff und Nagellackentferner – nur das Atmen stellt man wohl besser ein…
viele Grüße, Lucy
Mrz 12th, 2010
Kerstin
Ich find’s perfekt! Ätzen wie gedruckt kann man ja kaufen, oder? Und mit dem ganzen Klimbim am “schnellen” Anhänger passt sowieso alles zusammen. Was die Ätztiefe betrifft – ich hader da auch immer mit mir, wann man das ganze nun aus dem FeCl3 heraus nimmt, bei meinem 0,5er Blech hab ich immer Angst, dass das ganze dann nur noch rasierklingendünn is. Aber ich werd mir ‘ne Metallsäge besorgen, um 1-mm-Bleche bearbeiten zu können.
Hach schön, wenn noch wer die gleichen Spielsachen bespielt!
Mrz 12th, 2010
Sandy
Was du immer so alles ausprobierst! Kein Wunder, dass du so lang verschwunden warst.
Ich weiß aber nicht ob das auch auf Metall geht….
Also in meiner Seidenmalzeit war ich auch sehr kreativ. Mit normalem Salzen gab ich mich da auch nicht ab. Ich hatte damals Kopien mit dem gesicht nach unten auf die Seide gelegt und mit Terpentin hinten drübergerubbelt – damit hat sich das Bild dann auf die Seide übertragen. Und alle haben sich gefragt wie ich das hinbekommen hab
Bin gespannt was du als Nächstes anstellst…
lg sandy
Mrz 15th, 2010
Reply to “Echt ätzend”