Dieses Büchlein war nicht speziell geplant, sondern entstand eher so nebenbei. Was vielleicht erklärt, das es ok ist, aber nicht 100% toll. Obwohl: Planung ist eigentlich kein Kriterium für späteres Gefallen. Jedenfalls: Ich hatte ein Stück weinrotes Leder auf Pappe geleimt und in der Presse trocknen lassen. Dann habe ich in der Mitte ein ca. 1,5 cm breites Stück Pappe vom Leder wieder abgepult: das ist der jetzige weiche Rücken des Buches. Vorne in die Pappe schnitt ich ein ca. 3×3 cm großes Quadrat als Fenster. Ich wollte schon mal länger mal ein Cover mit Guckloch zu machen und dieses mit Gießharz ausgießen. Den Rand des Fensters habe ich mit flachgeklopften Kupferdraht versehen (mit Sekundenkleber reingeklebt).
Dann hatte ich diesen Rinderschädelanhänger herumzuliegen und packte ihn dort hinein. Auf der Rückseite schließlich Klebeband fest angedrückt – damit das Gießharz da bleibt, wo es soll. Nach dem Festwerden des Harzes habe ich das Klebeband abgezogen und nochmal etwas Gießharz drübergegeben. Das sorgt dafür, dass die vorher matte Seite wieder ganz durchsichtig wird.
Das Cover hat ungefähr 11.000 Farbschichten: ich kann mich nämlich nicht sofort entscheiden und fast immer grundiere ich zuerst mit weissem Gesso, probiere dann was Buntes aus und übermale schließlich alles dunkel. Zwischendrin habe ich mit einem großen Ornament-Foamstamp vom Woolworth bestempelt und embossed – das sind die Muster, die noch ganz gut zu erkennen sind.
Es hilft, wenn man was auf alt trimmen will, sich vorzustellen, wie das Buch mal ausgesehen hat und was wohl mit ihm passiert sein könnte. In diesem Fall fand ich das aber schwierig. Zumal mir erst ziemlich am Ende die Idee kam, was denn nun dort hinein sollte. Es war schon fertig mit weißem Papier gefüllt und mit “2013″ beschriftet, als mir diese Gespenstergeschichten aus meiner alten Heimat übern Weg liefen. Ich kopierte mir den Text aus den PDF-Dateien des Heimatvereins und packte ihn in ein Word-Dokument. Das habe ich als Broschüre ausgedruckt und mit die Seiten mit Distress-Ink (“Old Linen”) gefärbt. Und zwar habe ich das Papier zunächst nass gemacht und habe dann mit dem Stempelkissen drübergerieben. Ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem Effekt!
32 Seiten hat das Buch – etwas wenig, wie ich finde, zumal das Papier recht dünn ist. Außerdem erscheint mir das Nähen der Lagen in den Rücken als nicht so passend, aber ich hatte schon die Löcher hineingestanzt von der vorherigen Notizbuch-Version.
Mit Gießharz habe ich auch noch zwei Kleinigkeiten gemacht. Eine Tonscherbe vom Strand, bestempelt mit Staz-on und diesem Auge hab’ ich mit Gießharz übergossen und eine Ansteckernadel drunter geklebt. Der Anhänger aus Messing ist wie das Fenster im Buch entstanden: Klebeband drunter geklebt, mit Gießharz ausgegossen, dann auf die eher trübe Rückseite nochmal etwas Gießharz gegossen. Jetzt überlege ich, ob und was ich noch eingießen könnte oder ob ich das einfach so umhänge?



Das Buch ist der Hammer!
Wirklich toll geworden!