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Einmal Papier und wieder zurück.

Zugeschaut und mitgebaut, Teil 3

Teil 3 der sagenumwobenen Reihe “Zugeschaut und mitgebaut.” (Saublöder Titel, kann man den noch ändern?) Wie  es weitergegangen ist mit meinem Drachenbuch und für welche Variante ich mich entschieden habe – jetzt auf diesem Sender.

Zuerst habe ich mich an einem Image-Transfer versucht – wie im letzen Beitrag beschrieben mit Nitroverdünnung und einem Laserausdruck:

Wie unschwer zu erkennen, hat der Transfer selbst ganz gut funktioniert – nur leider ist er überhaupt nicht so dunkel geworden, wie ich es gerne gehabt hätte, die Farbe ist eher so braun-rosa. Uargh. So ist es, wenn man experimentiert! Ich vermute, es liegt an der Acrylfarbe, mit der ich grundiert habe und könnte mir vorstellen, dass unterschiedliche Farben auch unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen. Ich habe dann die Drachen (und die Schrift ebenfalls, habe nur kein Bild mehr davon) umrandet, um mal zu sehen, wie das wirkt:

Mmmh, haut mich nicht vom Hocker. Wie schön, dass man die Pappe mit dem Transfer einfach umgedrehen kann. So habe ich auf jedenfall innen schon mal ein nettes Motiv ;-) Das ist so ein Grund, warum ich Pappe immer beidseitig grundiere…

Nun kam die Methode mit den Klebebuchstaben dran. An der Stelle mal Werbung für das “Stickerbook” von American Crafts: das hat richtig viele Buchstaben fürs Geld – klasse! Weil die Buchstaben rechtsbündig ausgerichtet sein sollten, habe ich auch von rechts nach links geklebt, also mit dem letzten Buchstaben angefangen. Mit dem Papierpaketklebeband von Tesa habe ich eine Begrenzung geklebt, so dass ich nun einen halbwegs geraden Streifen ausmalen kann. Gelbe und etwas beige Acrylfarbe ergeben einen leicht senf-farbenen Ton, der gut zum Weiß passt (wobei: was passt eigentlich nicht zu weiß?).

Auf dem letzten Bild sieht man, dass das Paketklebeband, obwohl nicht fest angedrückt, beim Abziehen teilweise die oberste Schicht der Pappe mit abgerissen hat. Ich war nicht wirklich entsetzt, weil ich diesen “distressten” Look ja sehr mag. Dennoch habe ich mich in diesem Moment daran erinnert, dass es nicht grundlos Malerkreppband gibt, das vermutlich leichter abzulösen gewesen wäre. Auch die Schrift ist nur mäßig sauber geworden. Ich hätte vermutlich die Klebebuchstaben noch etwas fester anreiben müssen, da war ich etwas vorsichtig, weil ich mich beim späteren Ablösen nicht so plagen wollte. Alternativ hätte ich vorsichtiger malen können, am besten eben nicht mit dem Pinsel hin und her, sondern vorsichtig mit einem Schwämmchen drübertupfen. Wie ihr euch sicher schon gedacht habt: mich stört sowas nicht, im Gegenteil – klinisch saubere, perfekte Bastelarbeiten waren noch nie so meins.

Der gelbe Streifen gefällt mir gut. Ihn wiederhole ich auch auf dem hinteren Buchdeckel und als ich damit fertig bin und die Pappen nebeneinander lege, klärt sich auch die Frage nach der Bindung. Ich hatte zwar  eine koptische Bindung (wie hier oder hier) in Betracht gezogen, aber ich wollte den Streifen auch auf dem Rücken sehen. Ok, ich hätte die Heftlagen selbst in der Mitte anmalen können. Aber in dem Moment finde ich die Variante mit einem schmalen Leinenrücken, auf dem das Gelb das zentrale Gestaltungselement ist, noch besser. Auf der gelben Fläche könnte man auch eine Beschriftung anbringen, damit man das Buch auch im Regal stehend identifizieren kann.

Auf den Fotos sieht man die Entstehung des gelben Streifens. Dem schwarzen Buchbindeleinen, mit dem der Rücken später bezogen wird, habe ich ebenfalls einen gelben Streifen aufgemalt. Dazu habe ich die betreffende Fläche vorher weiß grundiert.

Welche Drachen kommen nun aufs Cover? Und wie? Zwei Exemplare habe ich aus den Laserausdrucken ausgeschnittenen und ich glaube, ich klebe sie einfach auf. So könnte das aussehen:

Wenn ich das so sehe – der furchterregende Drache wird zum Covergirl. :-)

Nächste Schritte: Bindung vorbereiten. Ich hab da eine Idee, die muß ich vorher testen, das heißt: vorbauen, ob es so funktioniert, wie ich es mir denke. Dauert noch ein bischen. Und soll ich euch was sagen? So richtig 100%ig gefällt mir das hier auch noch nicht, ich zögere aber, alles zu übermalen… *hach/seufz*. Das ist jetzt der Zeitpunkt, wo ich die Sache etwas liegen lassen muß…

PS: Hier kam vorhin noch ein Prachtexemplar von Drachen vorbei! Ein äthiopischer Drache! Der gefällt mir so sehr, das ich jetzt überlege, was ich damit anstelle (von hier).

Wie weit seid ihr denn mittlerweile? Ich bin so neugierig, welche Titel und Themen ihr euch ausgesucht habt. Lasst mich teilhaben! :-)

9 Comments, Comment or Ping

  1. Ah, schön geschmaddert. Also erstmal gefallen mir alle Varianten, die Du da so vorgebaut hast. Allerdings so einen schönen verspielten Märchendrachen wie beim ersten Versuch oder eben Deinen Äthiopier find ich schon sensationeller als den eher spartanischen Typen. Ich bin sehr gespannt.
    Derweil bin ich zu anhaltender Kopfarbeit verdammt – ich komm nich an den Basteltisch. Eines is mir jedoch schon klar, mein Büchlein wird weniger fiktiv, dafür aber nicht mit Leerseiten bestückt. Und ich hab mich ein wenig mit Typografie im Internet unterhalten. Dann hab ich noch eine Frage an die Expertin: Hast Du eine Ahnung, welches laserbedruckbare Papier schön griffig, saftig und strukturiert ist, aber trozdem dünn und weich genug, um es gut binden zu können?

  2. Ich bin wider ganz begeistert, die Idee mit dem gelben Streifen finde ich einfach super. Und obwohl es ein so einfacher Gedankengang ist, haette ich NIE darang gedacht dieses auch auf die Rueckseite zu uebertragen…

    Sag mal, wo bekomme ich denn Buchbindeleinen her? Ich habe mich im Nezt schon totgesucht, aber finde immer nur den ganz schmalen…

  3. @Kerstin: Papier für’n Laserdrucker – das bin ich nicht so bewandert… es gibt von der Firma Clairefontaine cremefarbenes A4-Papier/160g. Das hab ich zwar noch nicht bedruckt, aber ich denke, das sollte schon gehen. Es ist allerdings recht glatt. Alternativ dazu könntest du Papier von einem Pastelmalblock verwenden – ich erinnere mich, mal sowas gehabt (und mit dem Tintenspritzer) bedruckt zu haben. Es war leicht strukturiert und zum binden sicherlich geeignet.

    @Kimmy:
    guck mal hier, die haben alle Farben und gewachst ist er auch:
    http://www.royalwoodltd.com/cat14-17aw.htm
    Hier gibts ein kleines Kit mit drei Farben: http://store.scrapbook.com/rw-spool-kit.html
    Ich persönlich besitze an Leinenschnur nur schwarzen gewachsten Leinen (recht dick, habe ich als Sattlergarn gekauft) und dünneren ungewachsten. Außerdem nehme ich manchmal auch finnisches Papiergarn, z.B. von hier: http://www.kreativart.net/Shopbio/index.php?cat=c151_Papiergarn-1-65—d-nn-.html

  4. Also! Ich hab geschmaddert mit Acrylfarbe und bin echt zufrieden mit dem Ergebnis. Allerdings muss ich gestehen, dass ich die Hausaufgaben nicht gemacht habe und noch keinen sinnvollen Titel! Aber eins kann ich sagen, es macht total Spaß

  5. Manuela

    Also abgesehen davon, dass meine Pappen mittlerweile schön weiß sind und die Hände wieder sauber bin ich noch nicht so recht weitergekommen. Ein leeres Buch gibts bei mir glaube ich nicht, ich habe in unserem Urlaub jede Menge Kreuze fotografiert die könnten da vielleicht hinein. Der Titel könnte dann so etwa “Kreuzzüge im Aubrac” lauten, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher. Ich finde diese Art Workshop richtig gut, das ist wie eine Wundertüte, voller Überraschung.

  6. Muss mich mal bis Sonntag ausblenden – bekomme Besuch. Pappen sind grundiert, über den Titel grübele ich so nebenbei seit Stunden. Eines weiss ich: das (leere) Buch soll meine Tochter als Tagebuch bekommen. Nicht lachen, aber in meinem Kopf geistert ständig das biblische Zitat “… und hätte der Liebe nicht… herum.

  7. Da kann ich nur sagen:
    Supercalifragilistisch-ex-pi-ali-gehhh-tiiiisch

  8. ich bin begeistert!! du hast wirklich nicht zuviel versprochen, meine liebe!! schön war’s gestern, aber leider zu kurz!! ;)

  9. Pia

    Daniela,
    kurze Frage zu Gelmedium: Ich war im lokalen Bastelladen. Auf das Thema Gelmedium angesprochen wurde mir Fimo Liquid Deko Gel verkauft. Dieses muss zum Härten allerdings in den Backofen. Was ist das für ein Zeug, was Du verwendest, und wo bekomme ich dieses?

    viele Grüße
    Pia

Reply to “Zugeschaut und mitgebaut, Teil 3”

Inspiration

 

Achtung Bauarbeiten

Ein blöd gelaufenes Update hatte nicht mehr funktionierende Bilder-Links hier auf der Webseite zur Folge... Die Reparatur der Misere ist ein großer Haufen langweiliger Arbeit! Derzeit falsch verlinkt sind die Beiträge vom 1. März 2007 bis zum 12. Juni 2008. Ich arbeite immer wieder daran. Habt Geduld.
Danyeela, 15. Februar 2009