danyeela

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Einmal Papier und wieder zurück.

Zugeschaut und mitgebaut, Teil 4

Ein langes Wochenende, wie es besser kaum sein kann. Ein freier Freitag, viel Zeit für Strandspaziergänge in La Push (voller Wiedersehensfreude mit Jake und Bella), eine wunderschöne Radtour durch die herbstlichen Isarauen (ha, Entfernungen sind mir doch schnuppe) und Zeit, Plan A liegen zu lassen und mich Plan B zu widmen… der äthiopische Drache hat mich nicht losgelassen. Darum trägt Teil 4 den Titel:

Der Drache, der dazwischen kam

Zur Erinnerung: “Plan A” ist das bishereige Ergebnis von Teil 3 – das weiße Buch mit dem gelben Streifen. Der äthiopische Drache ist dieser hier:

Ich beschloss, dem Impuls nachzugeben und diesem hübschen Exemplar etwas Zeit zu widmen. Wenn diese  Momente kommen, in denen das Mojo etwas ausprobieren will, soll man es nicht aufhalten. Da stellt man sich besser daneben, sagt gar nicht und knipst einfach die einzelnen Arbeitsschritte mit. Da wird nichts geplant und nichts entworfen, da lässt man einfach machen und das ist genau das, was ich mag.

Alle Fotos öffnen sich bei Klick in einer größeren Version. Die Bilderläuterung steht jeweils unter dem Bild.

Ich habe irgendeine Pappe genommen und weiß grundiert. Dass da noch ein Rest Papier draufklebt, ist mir egal.
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Die nasse Farbe habe ich mit einem ollen halbierten Shirt bedeckt und drübergerieben. So trocknet es schneller und ich mag die leichte Struktur, die entsteht. Trocknen lassen (ggf. bei großer Ungeduld einen Fön zur Hilfe nehmen (wenn ich auf den Balkon gehe und sehe die Alpen, dann könnte ich auch den Föhn zur Hilfe nehmen).

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Den Drachen habe ich mit dem Tintenstrahldrucker auf normales weißes Papier ausgedruckt, ausgerissen und mit Buchbinderleim aufgeklebt.

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Erneut mit weißer Acrylfarbe bepinseln.

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So sieht es dann aus, wenn man damit fertig ist.

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Und nach dem Trocknen habe ich die Pappe auf das spätere Buchformat zurecht geschnitten.

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Mit einem Pinsel und Acrylfarbe wird der Drache coloriert.

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Fertig – so in etwa.

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Ich habe den Drachen mit Klarlack und etwas sandfarbener Acrylfarbe lackiert – hätte ich nicht tun sollen, er ist jetzt etwas zu blass geworden. Jetzt kommt der matschige Teil: Ich mische Crackle Paint (Farbe: Old Paper) und Klarlack und sandfarbene Acrylfarbe… (Warum diese Mischung? Die Crackle Paint war schon sehr fest geworden, also wollte ich sie irgendwie wieder geschmeidig bekommen.)

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… schmiere das Zeug auf die Pappe,

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… und glätte das ganze mit einem Spachtel.

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Hier mal etwas näher…

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Nachdem das ganze getrocknet ist, klebe ich wieder den Titel mit Klebebuchstaben von American Crafts auf.

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Hier erkennt man etwas die zarten Risse, die “Crackles”.

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Die Farbe ist mir zu blass, zu langweilig – darum überdecke ich alles mit gelber Acrylfarbe. Ich verwende “Deep Yellow” von Reeves – die ist von der Beschaffenheit her so, dass sie gut färbt, aber gleichzeitig auch die Crackles gut sichtbar bleiben. Diesmal nehme ich ein Schwämmchen und tupfe die Farbe über die Buchstaben. So bleiben die Konturen sauber, hoffe ich.

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Nach dem Trocknen der Farbe löse ich die Klebebuchstaben ab und bin mit dem Ergebnis zufrieden.

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Jetzt male ich mit einem Pinsel den Rest gelb, wo ich vorher mit dem Schwamm nicht so gut hingekommen bin. Auch der Drache selbst bekommt nochmal eine Auffrischung mit grüner Acrylfarbe. Außerdem ziehe ich mit einem dünnen schwarzen wasserfesten Stift seine Konturen nochmal nach.

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Na, so langsam nimmts Gestalt an, oder?

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Fertig. Ich bin noch mit etwas Schmirgelpapier drübergegangen und habe ein bischen Wiese hinzugefügt.

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Zum Schluß: eine großzügige Menge Gelmedium drüber spachteln. Wenn das trocken ist, glänzt die Oberfläche, wie man hier sieht,

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oder hier (Großansicht anklicken). Hach. Schön.

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So ist der Stand der Dinge. Plan B war also alles in allem nicht besonders aufwändig – meistens mußte irgendwas trocknen, die jeweiligen Arbeitsschritte gingen relativ schnell. Ich habe übrigens auch noch eine weitere Pappe für den Rücken parallel dazu fertig gemacht. Sie sieht genauso aus, nur das der Drache und das Gras fehlen – einfach gelb mit Crackles.

Das weiß-gelbe Buch derweil pausiert und ist so vor blindem Aktionimus sicher. Es wird ebenfalls fertig gestellt, auch dafür arbeiten noch einige Ideen im Hinterkopf vor sich hin.

Beim nächsten Mal ist die Bindung dran von einem der beiden Werke. Hoffe ich. Sofern mit nicht noch’n toller Drache übern Weg läuft und ich nicht in La Push am nächtlichen Lagerfeuer versumpfe!

7 Comments, Comment or Ping

  1. Einfach irre – ich finde es toll zu sehen wie das Cover waechst. EInfach einmlaig. Toll dass Du Dir soviel Muehe mit den Schritt-fuer-Schritt Beschreibungen gibst.

    Und lieben Dank fur die Antwort zu meiner letzten Frage aber ich habe das glaube ich falsch ausgedruekct. Ich meinte Buchbindertape *schaem* – ich have da nur das Gaffer Tape von 7Gypsies aber Du hast da immer so einfarbige breitere Streifen zur Verfuegung

  2. Oh, der is ja wohl schnuckelig! Das Gecrackle sieht aus wie echte Drachenhaut. Ich bin sehr angetan. Und auf die Bindung gespannt.
    Ich selbst hab meine ponaltriefenden Cover zum Trocknen auf der Terrasse liegen. Hab Glorias Gelmedium-Transfer mit meinem geliebten Holzleim ausprobiert und bin begeistert, was da so geht. Der Buchstock ist gedruckt (puh – alles auf dem Tintenstrahler, weil ich nich bis Montag im Büro warten wollte). Jetzt liegt er vor mir und will gebunden werden. Davor hab ich Angst. Aber irgendwann muss so ein Projekt ja auch mal zum Ende kommen, nich wahr?

  3. @Kimmy: Das ist kein Buchbindertape, sondern ganz normales Buchbinderleinen, nicht selbstklebend, muß man mit Buchbinderleim noch ankleben. Ich habe es aus einem Laden für Buchbinderzubehör.

  4. Manuela

    Einfach herrlich, nicht nur Deine Anleitung, auch Deine Kommentare, da ich außer Bastel- auch noch lesesüchtig bin gefällt mir besonders gut wenns auch was unterhaltsames zu lesen gibt! Da ich mittlerweile schon den 7. Tag in Folge arbeiten muss bin ich noch nicht wirklich weitergekommen, aber ab übermorgen habe ich frei und aufs Binden freue ich mich schon sehr.

  5. Das ist ja sehr schön geworden! Ich habe noch nie direkt auf der Graupappe gearbeitet, und finde das sehr interessant, zu sehen! Die Methode die graue Pappe einfach mit weißer Acrylfarbe zu bemalen muss ich mir auch mal dafür merken, wenn man die Pappe mit sehr weißen Stoffen bezieht, damit die Pappe nicht so grau durchscheint.

    Sehr schön hast du den Drache koloriert – ich bin beeindruckt!

  6. Wow, der Drache sieht einfach nur fantastisch aus. Ich meine, ich hab nie daran gezweifelt, daß Du auch wunderbar colorieren kannst, aber es zu sehen … Wahnsinn!
    Ich bin jetzt beim zweiten Teil, hehe. Nachdem die Bücher solange unangetastet hier rumlagen, hab ich mir den ersten Teil vorgenommen. Und ich muss sagen, nachdem ich die erste Hälfte um hatte, und Spannung in die Handlung kam, war ich sehr positiv überrascht. Bin schon gespannt, was im zweiten Teil alles passiert. :)

  7. wow, ich bin echt begeistert über die Entstehung des covers! echt cool!

Reply to “Zugeschaut und mitgebaut, Teil 4”

Inspiration

 

Achtung Bauarbeiten

Ein blöd gelaufenes Update hatte nicht mehr funktionierende Bilder-Links hier auf der Webseite zur Folge... Die Reparatur der Misere ist ein großer Haufen langweiliger Arbeit! Derzeit falsch verlinkt sind die Beiträge vom 1. März 2007 bis zum 12. Juni 2008. Ich arbeite immer wieder daran. Habt Geduld.
Danyeela, 15. Februar 2009